StLB als Erfolgsfaktor für OpenBIM

Was haben Standardisierte Leistungsbeschreibungen mit Building Information zu tun?

 

Und warum sind eindeutige Positionsnummern zu einer bestimmten Leistung Voraussetzung für einen automatisierten Datenfluss? 

Standardisierte Leistungsbeschreibungen als Erfolgsfaktor für OpenBIM

In Österreich gibt es einzigartige Besonderheit mit Auswirkungen auf die Methode BIM: Standardisierte Leistungsbeschreibungen (StLB) werden seit den 1980er Jahren im Konsens beteiligter Verkehrskreise erstellt und haben seit dem BVergG 2002 einen faktischen Normstatus.

Sie bilden den Erfolgsfaktor für die Etablierung eines unternehmensübergreifenden Workflows. Denn in diesem österreichischen System ist unter einer bestimmten Positionsnummer eine genau definierte Leistung formuliert. Der Ausschreiber kann unter dieser Nummer keine andere Beschreibung hinterlegen. Dieses System, das über das Bereitstellen von vertraglichen Textbausteinen weit hinausgeht, hat den Vorteil, dass zu der eindeutigen Nummer zusätzliche Informationen von allen Beteiligten in deren Fachtools aufgenommen werden: Der Anbieter hinterlegt zu den Positionen seine unternehmensspezifischen Kalkulationsansätze. Die Angebotserstellung wird dadurch sehr erleichtert und gleichzeitig sind Angebote für den Bauherrn gut vergleichbar. Eine Preisdatenbank kann allenfalls für die Prüfung der Angebote oder für die Erstellung von Kostenschätzungen leicht aufgebaut werden. Kennwerte für die Schuttmassenermittlung und für die Ermittlung des ökologischen Fußabdrucks werden zu Positionsnummern abgelegt und in weiteren Berechnungen herangezogen.

In der Arbeitskalkulation – d.h. die ausführungs- und prozessorientierte Kalkulation des bauausführenden Unternehmens in der Ausführungsphase und damit ein wichtiger Schritt in der Bauvorbereitung – werden die Positionen datentechnisch mit Produkten, Artikeln und Geräten für den Beschaffungs- und Produktionsprozess verknüpft.

Die eindeutige Positionsnummer zu einer bestimmten Leistung ist Voraussetzung für einen automatisierten Datenfluss und unterscheidet die Standardisierte Leistungsbeschreibung in Österreich von den Standardleistungsbüchern in Deutschland.

Die ÖNORM A 2063 beschreibt die Datenstrukturen für den Austausch von Standardisierten Leistungsbeschreibungen, Ausschreibungen, Angeboten und Abrechnungen. Bereits seit 1986 (damals noch als ÖNORMen B2062, B2063 und B2114) werden Daten erfolgreich in unterschiedliche Softwareprodukte ein- und wieder ausgelesen. In ganz Europa ist kein anderes vergleichbares System bekannt. Mit der Methode BIM kommt dieser Schnittstelle jedoch eine wichtige Bedeutung zu. 
Nun stellt sich nur die Frage, wie dieser etablierte Prozess künftig in die BIM-Methode integriert werden kann. 

Nun stellt sich nur die Frage, wie dieser etablierte Prozess künftig in die BIM-Methode integriert werden kann. Nachzulesen im Artikel "Bauelemente als Bindeglied digitaler BIM-Welten"

Ausblick

Derzeit wird an der ÖNORM A 2063 Teil 2 gearbeitet, in der Experten aus dem CAD -, dem AVA-Bereich und dem FM-Bereich ihre Erfahrungen einfließen lassen. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Thema BIM und AVA mit dem Ziel OpenBIM zu etablieren.


Zulässige Anzahl der Angebote: Aktuell liegen recht eindeutige Aussagen der Judikatur dazu vor.

16.10.2019

Ausschreibungstexte, Produktbeschreibungen, Elemente, LB- und LV Erstellung/Anwendung

Was haben Standardisierte Leistungsbeschreibungen mit Building Information zu tun?