Building Information Modeling (BIM) und ABK

Bei einem BIM-Modell geht es nicht rein um ein Gebäudemodell, das in Echtzeit von mehreren Planern zentral bearbeitet wird. Es geht dabei vielmehr um eine gemeinsame Datenbasis, die allen Beteiligten zur Verfügung steht, um einen konsistenten Informations- und Datenaustausch für die Weiterverarbeitung. Im fortschreitenden Projektverlauf wird das Modell mit weiteren Informationen gefüllt und dadurch immer detaillierter. Die Methode BIM findet in der Projektplanung bereits Anwendung, sobald es aber darum geht, BIM unternehmensübergreifend einzusetzen, wird es schwierig.

OpenBIM - der flexible Weg zur Standardlösung

ABK-BIM basiert auf der OpenBIM-Methode, um einen durchgängigen Datenfluss – von der Planung bis zur Ausschreibung - mittels offener, softwareneutraler Standards sicherzustellen. Standardisierte Schnittstellen wie IFC im CAD-Bereich und die Schnittstelle ÖNORM A 2063 im AVA-Bereich ermöglichen vielen Softwareprodukten unterschiedlicher FachplanerInnen und FachkonsulentInnen, die für sie wesentlichen Daten auszutauschen und somit die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit zu gewährleisten.

Vorteile von ABK-BIM:

  • OpenBIM-Methode
  • Direkter Import der IFC-Datei
  • Grafische Ansicht der Daten mittels ABK-BIM-Viewer
  • Interpretation der IFC-Datei durch den ABK-Interpreter
  • Verknüpfung von BIM-Elementen mit dem ABK-Elementkatalog
  • Mit Projektelementen zum Kostenplan und LV

Mit ABK-BIM werden mit wenigen Arbeitsschritten aus einer IFC-Datei ein Kostenplan und ein Leistungsverzeichnis erstellt. Die Anzahl an Versionen zur LV-Erstellung ist unbegrenzt.

1. IFC-Datei importieren
Industry Foundation Classes (IFC) ist ein definiertes, international anerkanntes Austauschformat von 3D-Gebäudemodellen sowie deren zugeordneten Informationen und regelt den softwareneutralen Datenaustausch u.a. im CAD-Bereich. Es ist somit ein wichtiger Beitrag zur Ermöglichung von OpenBIM. Mittels Schnittstelle wird die IFC-Datei direkt in ABK importiert.

2. IFC-Datei prüfen
Der neue ABK-BIM Viewer dient zur grafischen Darstellung eingelesener IFC-Dateien. Wird eine IFC-Datei eingelesen, so findet hier die erstmalige Betrachtung des Gebäudemodells statt. Der BIM-Viewer kann jederzeit während der gesamten Bearbeitung geöffnet und zur Betrachtung bzw. visuellen Überprüfung herangezogen werden.

3. IFC-Datei interpretieren
Mit Hilfe des ABK-Interpreters wird eine teilautomatisierte Interpretation der aus der IFC-Datei gewonnenen Informationen durchgeführt. BIM-Mengeninformationen, Attribute und geometrische Daten aus der IFC-Datei werden ausgelesen und Kategorien zugeordnet, u.a. BIM-Typen und BIM-Materialien. Dies erleichtert später die Bearbeitung bzw. Zuordnung der BIM-Objekte hinsichtlich dem Erstellen von Kostenplänen und Leistungsverzeichnissen.

Beim ABK-Interpreter handelt es sich um eine skriptbasierende Anwendung, die somit jederzeit flexibel ergänzt und abgeändert werden kann. Dadurch ist es auch möglich, mehrere Interpreter zu erstellen. z.B. je nach verwendetem CAD-Programm oder Planer

Übersichtliche Ordnerstrukturen ermöglichen ein einfaches Arbeiten. So lässt sich in der BIM-Gliederung die generelle Gliederungsstruktur der Layer, Zonen oder Gruppen aus dem IFC-File erkennen. In der BIM-Raumstruktur befindet sich die raumweise Gliederung des Planers aus dem IFC-File. Auch eine einfache Raumliste lässt sich dadurch schnell generieren.

4. BIM-Objekte mit ABK-Elementen verbinden
Um von diesen modellierten Bauelementen zu den entsprechenden LV-Positionen samt Preisen zu gelangen, hat sich die Elementmethode im Bereich Kostenmanagement bewährt.

Jedem BIM-Objekt der IFC-Datei wird zumindest ein entsprechendes ABK-Element aus einem Elementkatalog zugeordnet. Jedes dieser ABK-Elemente besteht u.a. aus den zugehörigen Positionen, die wiederum eine effiziente, genaue und nachvollziehbare Kostenermittlung ermöglichen. Die Mengen hierfür werden aus der IFC-Datei ausgelesen und automatisch in die Mengenermittlungen zum ABK-Element übertragen.

So wird parallel zur IFC-Datei eine Projekt-elementliste aufgebaut. Die Projektelementliste wird bei Bedarf mit fehlenden Elementen für die Ausschreibung ergänzt - etwa mit Elementen für die Baustellengemeinkosten oder anderen Leistungen, die nicht im Gebäudemodell dargestellt sind.


5. Aus der Projektelementliste einen Kostenplan oder ein LV generieren 
Aus dieser Projektelementliste kann aufgrund der Elementmengen, der anteiligen Positionsmengen und Preisen ein Kostenplan erstellt oder ein Leistungsverzeichnis generiert werden.

Der Kostenplan wiederum kann nun in den Projektkostenmanager übergeleitet und verwendet werden. Das aus dem Gebäudemodell generierte Leistungsverzeichnis wird in den ABK-AVA-Bausteinen auf gewohnte Art und Weise sowie gemäß ÖNORM A 2063 weiterverarbeitet. 

ABK-BIM-Viewer

  BIM-Raumstruktur   BIM-Objekte als ABK-Elemente
ABK-BIM-Viewer   BIM-Raumstruktur   BIM-Objekte als ABK-Elemente

 

Download Produktblatt ABK-BIM

Workflow für die Erstellung eines Leistungsverzeichnisses

Die Herausforderung bei der Methode BIM besteht in der Zusammenführung der Arbeits- und Denkweisen von CAD-PlanerInnen und BautechnikerInnen. Daher wird ein Arbeitsprozess gesucht, der einerseits eine unabhängige Bearbeitung der Daten zulässt und andererseits der bisherigen Arbeitsweise entspricht. Sind im 3D-Modell beispielsweise fehlerhafte Materialangaben enthalten, so muss es trotzdem möglich sein, ein richtiges Leistungsverzeichnis zu erstellen. Mit der Implementierung der Methode BIM soll die Chance genützt werden, die Planungs- und Ausführungsprozesse effizienter zu gestalten.

Wie sollten die erforderlichen Arbeitsabläufe nun konkret aussehen?

  • Der Ausschreiber erhält eine geprüfte IFC4-Datei, die den Anforderungen für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung (AVA) entspricht. Daraus entwickelt er mithilfe eines Standardisierten Elementkataloges und frei zusammengesetzter Elemente eine vollständige Projektelementliste. Diese Liste beinhaltet alle modellierten BIM-Elemente und zusätzlich auch nötige Planungsleistungen, Vorarbeiten, Baustellengemeinkosten und Vorbemerkungen.
    Mit der eindeutigen Identifikationsnummer zum BIM-Element bleibt die Verbindung zum Gebäudemodell in allen Phasen erhalten und es wird eine visuelle Darstellung der Projektelementliste möglich. Aus dieser Liste wird schlussendlich ein Leistungsverzeichnis generiert

  • Als Ausschreibungsunterlagen werden die IFC4-Datei, die Projektelementliste und das Ausschreibungs-LV dem Bieter für die Angebotslegung übergeben.
    Der Bieter kalkuliert nun sein Angebot wie gewohnt. Zusätzlich werden die ausgeschriebenen Mengen anhand des beiliegenden Modells visualisiert. Die Projektelementliste gibt Aufschluss über die anteiligen Positionsmengen. Falls erforderlich, trägt der Bieter die angebotenen Produkte in die Projektelementliste ein. Auch hier werden die Daten mit dem beiliegenden IFC-Modell visualisiert. 

Der Weg von BIM zur Position

Die Erstellung einer umfangreichen Projektelementliste erfolgt mittels IFC Import und Elementkatalogen.

Standardisierter Elementkatalog

  • Elementkataloge reduzieren derzeit den Bearbeitungsaufwand von Kostenplanern. Künftig sollen Standardisierte Elementkataloge auch  Ausschreiber, Bieter und Auftragnehmer, Bauökologen und Gebäude-lebenszyklusplaner effizient unterstützen. Standardisierte Elementkataloge beinhalten Referenzaufbauten mit Informationen, die über geometrische oder plandarstellerische Daten hinausgehen.

    Ein wesentlicher Schritt beim Aufbau eines Standardisierten Elementkataloges ist die Zuordnung der richtigen Leistungspositionen aus den entsprechenden Leistungsbeschreibungen zu den Elementen. Ziel muss sein, dass bei intelligenten Elementen aufgrund der hinterlegten Bedingungen die passenden Positionen weitgehend automatisiert zugeordnet werden. Damit das gelingen kann, bedarf es prinzipiell einer sehr disziplinierten und strukturierten Arbeitsweise am Gebäudemodell, damit dieses auch alle notwendigen Informationen für betreffende Aufgaben liefern kann. 

    Beispiel:  Die Position 392102D - ESTW CW75/100mm 42dB 2GKPl.b.3,2m für die Errichtung einer Gipskartonständerwand soll nur aktiv sein, wenn die Bauteilhöhe kleiner gleich 3,2m, die Wandstärke exakt 0,1m und der erforderliche Schallschutz kleiner gleich 42dB beträgt sowie das zugewiesene Material „Gipsbauplatten“ ist. Hier ist der Vorteil einer standardisierten Materialbezeichnung auch gleich ersichtlich. Oft ist die Bezeichnung im CAD-Programm uneinheitlich Gipskarton, GipsPl oder GK. Eine einheitliche Bezeichnung ist aber Voraussetzung für eine automatisierte Zuordnung der passenden Position. 

BIM Entwicklung seitens ABK

Obwohl das Thema Building Information Modeling nicht neu ist, gibt es bei der Übernahme von Daten im Format IFC noch eine ganze Reihe von Fragen, die ungeklärt bzw. nicht vollständig beantwortet sind. ABK ist in der Arbeitsgruppe ÖNORM A6241-2 und auch in diversen Netzwerken vertreten. Dadurch profitieren Sie als Kunde nicht nur von unserer Expertise, sondern erhalten auch laufend topaktuelle Informationen.


Unser Team steht Ihnen im Homeoffice per E-Mail mit Rat & Tat zur Verfügung.

22.04.2020

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